Kategorie: Werkzeugkasten

  • Der Kampf für die Westsahara

    Der Kampf für die Westsahara

    Präsentation aus einem Workshop von Buhari Lehbib.

    Seit 50 Jahren ist die Westsahara nun schon illegal durch den marokkanischen Staat besetzt. Die von dort stammenden Sahrauis leben seitdem teils unter Besatzung, teils in Flüchtlingscamps in Algerien und teils in
    internationaler Diaspora. Sie kämpfen weiter für ihre Unabhängigkeit und
    die Rückkehr in die Westsahara. Mit der jüngsten Entscheidung des
    UN-Sicherheitsrats, den Plan Marrokos gegen die Interessen der Sahrauis
    zu unterstützen, ist das Thema weiter hochaktuell.

  • Smartphone sicherer machen. Wie klappt’s ohne Stress?

    Smartphone sicherer machen. Wie klappt’s ohne Stress?

    Präsentation aus einem Workshop von Kai.

    Unsere Handys und Apps bekommen sehr viel aus unserem Leben mit. Manchmal ganz schön gruselig und sich dagegen zu wehren ist für viele schnell überfordernd. Das muss nicht so sein – im Workshop schauen wir uns an, wie die ersten Schritte zu einem sichereren Smartphone aussehen können. Egal ob es dir um Datensparsamkeit, besserer Schutz vor Stalking, Vorbereitungen zu direkten Aktionen oder einfach um allgemeine Tipps geht.

  • How-To visuelles Aktionsdesign

    How-To visuelles Aktionsdesign

    Präsentation aus einem Workshop von Nils Urbanus.

    Wie können wir Aktionen so gestalten, damit unsere Botschaften unüberhörbar sind, wir nicht allzu leicht als Chaoten abgestempelt oder schlicht und einfach nicht zu leicht ignoriert werden können? Überraschend relevant (und trotzdem zu oft vergessen) ist dabei die Rolle von dem Visuellen Auftreten — also der Komposition, Farbgebungen und kleinen ästhetischen Details unserer Proteste.

  • Digital Organizing: Wir können wir Massenmails nutzen?

    Digital Organizing: Wir können wir Massenmails nutzen?

    Präsentation aus einem Workshop von Nils Urbanus.

    Wie können wir mit digitalen Tools eine stärkere Machtbasis aufbauen? Im Fokus stehen dabei Massenmails: Sie wirken oft behäbig und nach klassischen NGO-Tools, können aber auch innerhalb von Bewegungen wirkungsvoll eingesetzt werden. Es geht um zentrale Grundsätze, mögliche Tools und strategische Herangehensweisen.

  • Basics der Kampagnenplanung

    Basics der Kampagnenplanung

    Präsentation aus einem Workshop von Ulrich Wohland.

    Aktionen und Demonstrationen allein helfen nicht – es braucht Kampagnen. Aber was sind die Basis-Voraussetzungen, um erfolgreiche Kampagnen aufzubauen?

  • Eine Buchvorstellung: Zuversicht jetzt!

    Eine Buchvorstellung: Zuversicht jetzt!

    Geschrieben von Sara Fromm, Bewegungsarbeiterin bei der WfGA.

    Unsere ehemalige Geschäftsführung Sara Fromm hat ein Buch herausgebracht. Wir dürfen hineinschauen.

    Klimakrise. Rechtsruck. Aufrüstung. Krise, soweit das Auge reicht. Und es scheint gerade irgendwie alles noch schlimmer zu werden. Als ich letztes Jahr vom Löwenzahn Verlag gefragt wurde, ob ich ein Buch zum Thema „Klimakrise und Arbeit“ schreiben wollen würde, dachte ich: Spannendes Thema – aber was es gerade wirklich braucht, ist doch vor allem auch praktisches Handeln, um die dringend notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen voranzubringen.

    Individuelle Konsum- oder Verhaltensänderungen reichen dafür nicht aus. Was wir stattdessen tun brauchen – und die Werkstatt seit 50 Jahren unterstützt – ist politisches Handeln. Gemeinsam zu handeln, uns zu organisieren und uns damit im Endeffekt selbst zu ermächtigen. Und das Ganze möglichst strategisch zu tun. Dazu durfte ich während meiner Zeit als Geschäftsführerin bei der Werkstatt, aber auch jetzt als freie Mitarbeitende sehr viel lernen. Und deswegen habe ich lieber darüber ein Buch geschrieben, in der Hoffnung, dass es Mut macht und Zuversicht gibt – und Menschen zum Handeln bewegt.

    Leseprobe aus „Zuversicht jetzt – den Krisen der Welt mutig begegnen“:

    Ich sehe gerade noch, wie eine junge Frau von Polizisten über den Asphalt weggeschleift wird. Nach und nach arbeiten sich die Polizist:innen weiter vor und räumen die Blockade, die wir auf der Brücke mitten in Madrid heute früh mit unseren Körpern errichtet haben. Wir sind hier, weil wir eine andere Verkehrs- und Klimapolitik von der Regierung in Madrid und in Spanien fordern. Weil all die Demonstrationen und Petitionen bisher nicht viel gebracht haben, sitzen wir heute, im Jahr 2019, bei der ersten Massenaktion der Klimagerechtigkeitsbewegung in Spanien, an einem Samstagmorgen auf der Straße. Vor mir fängt jemand laut an zu rufen: „Show me what democracy looks like!“ und wir antworten im Sprechgesang: „This is what democracy looks like!“

    Ich werde nervös beim Blick auf die Polizist:innen, bei denen der Geduldsfaden gerissen ist oder die noch nie einen hatten – und direkt mit Knüppel und Schmerzgriffen hantieren. Während ich immer wieder „This is what democracy looks like!“ rufe und damit meine Zuversicht in die Demokratie zeige und in die Tatsache, dass unser Protest Teil dieses Aushandlungsprozesses ist, hagelt es Schmerzgriffe um mich herum. Wie zynisch, schießt es mir durch den Kopf. Denn auch so kann Demokratie aussehen – wenn falsche Werte mit Gewalt durchgesetzt werden und friedlichem Protest die gesamte Breitseite der staatlichen Gewalt entgegenschlägt.

    Erfolge sind kein linearer Fortschritt. Soziale Bewegungen machen nicht immer nur Schritte nach vorne. Stattdessen sind „Niederlagen Teil unseres Weges“, wie Timo Luthmann es formulierte. Und es gibt Phasen, in denen soziale Bewegungen mehr Erfolg haben, mehr gedeihen als in anderen Zeiten. Diese Phasen können mit verschiedenen Konzepten widergespiegelt werden, wie beispielsweise den „Jahreszeiten“ vom Ayni Institute oder dem „Movement Action Plan“ von Bill Moyer.

    Soziale Bewegungen sind der Schlüssel für progressiven sozial-ökologischen Wandel. Für die Veränderungen, die wir in unserer Gesellschaft so dringend brauchen, müssen wir uns gemeinschaftlich einsetzen, uns dafür organisieren. Wir alle können und sollten Teil von sozialen Bewegungen sein. Und für Themen, die uns besonders am Herzen liegen, nicht nur in der Wahlkabine eintreten, sondern auch auf der Straße. Ohne Menschen, die genau das in der Vergangenheit getan haben, wären wir heute nicht dort, wo wir gerade sind. Ohne die Kämpfe der Frauenrechtsbewegung könnte ich heute nicht wählen gehen. Ohne die Arbeiter:innenbewegung wäre die 5-Tage-Woche undenkbar.

    Das Tolle daran? Wir können von unseren Vorgänger:innen lernen. Wir müssen das Rad nicht komplett neu erfinden, sondern können von den Erfahrungen anderer profitieren. Dafür lohnt sich ein Blick auf einige erfolgreiche Beispiele aus den letzten Jahrzehnten: die US-amerikanische Bürgerrechtsbewegung, die deutsche Anti-Atomkraft-Bewegung und die argentinische feministische Bewegung.

  • End Cement: Druckkampagne gegen Klimakiller

    End Cement: Druckkampagne gegen Klimakiller

    Geschrieben von Ulrich Wohland, Bewegungsarbeiter bei der WfGA.

    Was verursacht die größten CO2-Emissionen? Nein, nicht der Auto-Verkehr, nicht die Flugindustrie oder die Stahlindustrie, sondern der Bausektor. Rund 40% Anteil, so die Architects for Future, gehen auf den Bausektor zurück und ca. 10% direkt auf die Bauindustrie. Mit „EndCement“ haben wir in Heidelberg im Frühjahr eine regionale Kampagne mit überregionaler Ausstrahlung begonnen. Mit dabei sind u.a. „Fridays for Future“, „Letzte Generation“, und „Extinction Rebellion“, die „Architects for Future“, sowie die Werkstatt für Gewaltfreie Aktion. Wir treffen uns wöchentlich im Büro der Werkstatt im Heidelberger Welt-Haus und regelmäßig in Arbeitsgruppen.

    Warum Zement?

    Zement ist ein fossiler Rohstoff. Genauso wie Öl, Gas und Kohle. Kalkstein, der wichtigste Grundstoff für Zement, ist ein fossiler(!) Rohstoff. Beim Herstellen von Zement bei ca. 1400 Grad werden Unmengen von Energie gebraucht, zum großen Teil aus Plastik, das wir vorher in der Wertstofftonne gesammelt haben. Hinzu kommen Unmengen von Altreifen über Klär-schlamm und Altöl bis hin zu zermalmten Tieren. Trotzdem schafft es die Zementindustrie bisher unterm Radar zu bleiben. Das wollen wir ändern. „Heidelberg Materials“, ehemals „Heidelberg Zement“ ist unter den DAX-Konzernen aktuell der größte CO2-Emittent, noch vor RWE und EON. Schon seit Jahren laufen hier in Heidelberg vielfältige Aktionen und jetzt wird das Ganze in eine langfristige Kampagne gegossen.

    Was ist geplant, was läuft schon?

    Eine Unterschriftenliste an den Gemeinderat ist auf den Weg gebracht. Heidelberg bezeichnet sich gerne als klima-bewusste Modellkommune, die bis 2040 klimaneutral sein möchte. Wie soll das gehen, wenn der größte Produzent von CO2 in Heidelberg seinen Sitz hat? Bitte geht auf die
    Seite
    und unterschreibt. „Heidelberg Materials“ ist ein großer Sponsor von Kulturveranstaltungen, etwa bei dem Heidelberger Frühling einem Großevent. Das Kultur-Sponsoring wollen wir hinterfragen. „Wir alle lieben Kultur- aber wer liebt CO2?“. ultursponsoring als Greenwashing. „Heidelberg Materials“ weigert sich einen Entschädigungsfonds einzurichten und einen unabhängigen Bericht zur Einhaltung der Menschenrechte in Auftrag zu geben. Solange das weiterhin nicht passiert, sollte sich dieser Konzern nicht auf städtischen Kulturveranstaltungen, wie dem Heidelberger Frühling, als Wohltäter darstellen.

    Die weltweite Zerstörung

    „Heidelberg Materials“ ist im großen Stil in der Westsahara und Togo aktiv, in Palästina und Indonesien. Dort kämpft die Bevölkerungsgruppe der Samin seit 10 Jahren gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen durch „Heidelberg Materials“. Zusammenarbeit mit Gruppen aus dem Globalen Süden sind wir Teil der Kampagne. Das Unternehmen handelt völkerrechtswidrig und es
    wird ihm weltweit Landgrabbing, die Vertreibung indigener Gruppen, Ausbeutung von Arbeitenden, Bruch von Völkerrecht und Kooperation mit Diktaturen vorgeworfen. Wir fordern eine unabhängige Berichterstattung
    zu den Menschenrechten und Klimathemen. Der Kalksteinfraß nimmt weltweit zu. Immer mehr Sand wird benötigt. Ganz spezieller Sand, den es überwiegend an Stränden und auf Inseln gibt. Diese Sandquellen sind
    begrenzt. Dank einer globalen Sandmafia verschwinden derzeit ganze Ökosysteme.

    Zeit für die Bauwende

    Ohne eine Bauwende in unseren Städten wird es keine Klimawende gegen. „Sanieren statt Abriss“ ist deshalb eine der Forderungen. Das wollen wir mit einem Bürger:innenrat „Bauwende in Heidelberg“ auf den Weg bringen. Zement kann nicht die Zukunft sein. Die Stadt Heidelberg muss einen ausgelosten Bürger:innenrat zur Bauwende in Heidelberg beauftragen. Potenziale für klimaneutrales Bauen gibt es ohne Ende: Renovierung statt Neubau, Umnutzung statt Wohnungsmangel und Holz & Lehm statt Beton. Also lasst Bürger*innen endlich über die Bauwende in Heidelberg entscheiden! Wer sich dazu informieren will: Der Klimaexperte Hans-Joachim Schellnhuber stellt dazu sein Projekt „Bauhaus der Erde“ vor: Anschauen – es lohnt sich!

    Eine erste Demo zum Thema wurde bereits gemeinsam mit FfF in Heidelberg organisiert. Für kommendes Jahr planen wir weitere Demonstrationen und ein Klima- und Aktionscamp, zu dem wir bundesweit mobilisieren. „Heidelberg Materials“ (Werbespruch: Material To Build Our Future) hat natürlich eine
    Lösung für alle Probleme: Die Speicherung von CO2 unter der Erde, das sogenannte CCS-Verfahren – Carbon Capture Storage. Dieses ist selbst ungeheuer energieaufwendig, erfordert Pipelines von 5000 km allein in Deutschland oder entsprechende Transporter als Kolonnen auf den Autobah-
    nen. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass 2050 nur ca. 20% des CO2 bei der Zementerzeugung auf diese Weise gespeichert werden kann, dann haben wir nichts mehr für die Stahlindustrie und die Energieindustrie und und und.

    Gewaltfreie Aktion

    Anders als aktuell in der Friedensbewegung ist die Philosophie der Gewaltfreiheit und des Zivilen Ungehorsams in den „Klima-Gruppen“ fest verankert. So fallen auch die Kampagnen- und Bewegungsphilosophien von Bill Moyer, Gene Sharp und Erica Chenoweth auf fruchtbaren Boden. Dank der
    Orientierung an „follow the science“, treffen wir hier nicht auf irgendwelche QuerdenkerPhilosophien. Auch die Kritik an den Parteien auf der Bundesebene ist fest verankert. Die Grünen sind für die zumeist jüngeren Aktivisti eine riesengroße Enttäuschung beim Thema Klima.

    Besucht unsere Website. Unterschreibt und spendet: Denn „Widerstand braucht Kohle“ – äh sorry – denn natürlich ist ohne „Moos nichts los“.

  • Der Rasen ist gemäht. Eine kleine Reise über das System Change Camp 2024

    Der Rasen ist gemäht. Eine kleine Reise über das System Change Camp 2024

    Geschrieben von Fjell zu Jeddeloh, Geschäftsführung der WfGA.

    Erfurt. Für den Sonntag vor Camp Start ist schon ganz schön viel los. Zelt an Zelt reiht sich in den „ruhigeren“ Plätzen auf dem eingezäunten Gelände im Stadtpark. Der Rasen ist gemäht. Ich bin für die Werkstatt angereist, um das Camp mitzugestalten und unsere Workshops in das umfangreiche Programm mit einzubringen, doch nach anstrengender Fahrt und endlich gestilltem Hunger falle ich erst mal ins Zelt.

    Ein Camp Spaziergang

    Das Gelände

    „Kaffee ist ein Kolonialprodukt“, steht auf einem Schild neben dem riesigen Wärmebehälter. „Überlege also, vielleicht etwas mehr dafür zu spenden.“ Ich zapfe mir einen Becher. Ich spende und spaziere mit dem Kaffee in der Hand über das große Gelände. Es gibt ein Zelt, das von „Wald statt Asphalt“ gestaltet wird, ein Zelt mit einer riesigen Banner-Überschrift „Gegen den Rechtsruck“, und nahezu unzählige weitere Zelte für Workshops, die ab heute hier stattfinden werden. An einem kleinen Kiosk können Menschen das Nötigste kaufen. Der Hauptweg ist an zwei Enden jeweils mit Info Punkten zum Camp gespickt. An zwei großen Stationen gibt es Handwaschbecken aus LKW-Planen, beschriftet mit „Bitte nur mit Ellbogen öffnen“, Desinfektionsmittel, sowie eine interessante Kombination aus Hock-Pipi-Klo und Dusche. Später kommen noch Dixies, an deren Innentüren aus dem Nu folierte Schilder auftauchen: „Durchfalltoilette! Solltest du Durchfall haben, hänge dieses Schild bitte nach außen!“, nebst: „Bitte nichts an die Wände schreiben.“ Hier ist offenbar einiges im Vorhinein bedacht worden. Es gibt Rückzugsräume aus den Awareness-Strukturen für marginalisierte Gruppen, hier benannt mit BIPOC, FLINTA*, jüdische Menschen, Menschen mit Behinderung, neurodiverse Menschen. Generell gibt es zwei Awareness-Strukturen, eine BIPOC- Awareness und eine allgemeine.

    Reaktionen auf das Camp

    06:30 Uhr. Ein lautes, unsäglich langes Hupen weckt mich. „Guten Morgen, ihr Lullen“, brüllt eine tiefe Stimme inbrünstig ins Camp und lässt den Motor aufheulen. Zum Glück kann ich wieder einschlafen. „Geht mal arbeiten, ihr faulen Säcke“, schreit später ein Fahrradfahrer, der auf dem Hauptweg vorbei fährt. Lolo von der Shit Brigade wischt sich mit dem Ellenbogen den Schweiß von der Stirn, um mit den großen, gelben Handschuhen, mit denen er seit fünf Stunden bei über 30 Grad Klos putzt, nicht seine Haut zu berühren. „Also ehrlich, das lass ich mir jetzt nicht erzählen“, sagt er, hält hilflos die Hände hoch und lacht. Ich sitze gerade in einem Workshop zu „Another Tec is possible“ und schwitze sogar im Sitzen. Es geht darum, wie der digitale Kapitalismus funktioniert. Auch hier starren die rund 40 Teilnehmenden dem Fahrradfahrer erst mal verwundert hinterher.

    Andere Leute kommen vorbei und fragen vorsichtig und interessiert nach, was wir machen, oder wie es läuft. „Also, ich finde das ja wirklich, also, wirklich toll, was ihr hier macht. So viele junge Leute, so viel Engagement. In diesen Zeiten, Mensch, das ist so wichtig“, sagt eine Person. Ihr Chihuahua schnüffelt hektisch an der Kastanie neben dem Weg und sie zupft ihn ein wenig zurück. „Also dann, ich wünsche euch noch alles Gute für die kommenden Tage.“

    Die Führungen über das Camp werden ebenfalls gut angenommen. Einer meiner Teilnehmer vom Vortag versucht sogar, draußen auf der Straße Menschen hierher einzuladen. Der Organisation des Camps war es wichtig, für den Stadtteil anschlussfähig zu sein. Manche Erfurter:innen schauen auch auf Veranstaltungen vorbei, nehmen an Workshops teil und scheinen auf den Geschmack gekommen.

    Workshop. In meinem Workshop „How to Plenum – kurz und knackig“ sitzen über 40 Teilnehmer:innen, alle mit Vorerfahrungen von lang gezogenen Plena aus ihren Organisationen. Jedes Thema wird wieder aufgegriffen, noch in der Schlange für das Essen diskutiere ich mit einer teilnehmenden Person die Problematik, wie Leistungsanspruch und Spaß zusammengebracht werden können, um weder maschinenhaft produktiv noch ohne Ergebnis miteinander politisch zu arbeiten.

    Camp Leben, Anekdoten und Versorgung

    „MIKE CHECK“, schreit Müsli von der Knoblauchfahne, dem Kollektiv, das das Camp bekocht.

    „Wir suchen“, ruft er, seine Stimme leicht heiser von den vielen Ansagen. Die Menge, die gerade zum Essen auf der Wiese sitzt, echot laut seine Worte wider, sodass ein Chor die Sprüche über das Camp trägt: „WIR SUCHEN“ – „6 Leute“ – „6 LEUTE“ – „zum Abspülen“ – „ZUM ABSPÜLEN!“.

    So geht es mehrmals am Tag, für alle möglichen Themen. Abends finden sich die Leute zum Nachtisch am Crêpê Stand All Crepes Are Beautiful zusammen. Der Stand hat eine angedockte, anarchistisch-klimapolitisch-feministische Bibliothek mit Teppich und einer Lampe aus den 80ern. Einer der Crêpê Menschen zündet abends Kerzen an. Nach zwei Tagen fragt er mich mit leuchtenden Augen: „Wieder Schokolade-Pistazie?“ und ich nicke. Sie scheinen unendlich viel Power zu haben. Im Hintergrund läuft René Binamé – La vie s‘écoule und der andere, unermüdliche Crêpê Mensch summt dazu wippend.

    Gegen den Faschismus

    Bezahlkarte

    Einen Tag besuche ich mittags einen Vortrag zum Thema Bezahlkarte vom Flüchtlingsrat. Einige Geflüchtete berichten davon, welche massiven und unmenschlichen Einschränkungen sie durch die Bezahlkarte erfahren. In Hessen, wo die Karte bereits aktiv ist, bekommen die Men- schen extrem wenig Bargeld, stattdessen oftmals Gutscheine für Supermärkte. Als Bezahlkarte nehmen viele Supermärkte die Karte gar nicht an. Die Karte ist in ihrer Gültigkeit auf die Region ihres Aufenthalts beschränkt, sodass der Bewegungsradius des:r Karteninhaber:in dadurch extrem kontrolliert und klein ist. Wie menschenunwürdig das ist, brauche ich wohl kaum erwähnen. Einer der praktischen Appelle zur Direkthilfe ist, Strukturen zu entwickeln, in denen Aktivist:innen den Menschen aus Unterkünften die Gutscheine für Bargeld abkaufen. Eine Frau aus dem Publikum steht auf und ruft: „Wir brauchen nicht noch eine Demo, wir brauchen nichts, was jetzt geplant und in zwei Jahren umgesetzt wird; was wir brauchen, ist Bargeld. Hier könnt ihr uns wirklich helfen.“

    In Baden-Württemberg wurde die Karte übrigens in einigen Landkreisen bereits Anfang des Jahres eingeführt, weitere sind, ebenso wie eine länderübergreifende Maßnahme, im Gespräch.

    Für diesen Vortrag ist ein Team von insgesamt 5 Übersetzer:innen dabei, die von verschiedenen Sprachen in verschiedene andere übersetzt werden, je nachdem, was gerade gebraucht wird. Augenblicklich empfinde ich tiefe Dankbarkeit und Respekt für das Dolmetscher:innen Team des System Change Camps, wie auch für die Sprecher:innen selbst, die den Mut aufgebracht haben, ihre Perspektive hier darzulegen. In diesem Zelt gibt es auch noch einige andere Beiträge, zum Beispiel von der Seebrücke, rund um das Thema Abschiebung und Asyl, immer in Zusammenarbeit mit Betroffenen und Aktivist*innen.

    Stadt-Land-Vernetzung in Brandenburg und Thüringen

    Gegen Abend besuche ich ein Podium zum Thema Stadt-Land-Vernetzung gegen Rechtsdruck in Ostdeutschland. Die Menschen auf dem Podium thematisieren das Problem, dass vor allem langfristige Unterstützung ländlicher Kommunen fehlt. Hier geht es vor allem um die Bauernproteste und eine differenzierte (Gegen-)Position zum Bauernverband.

    Dagegen treten vonseiten der StadtLinken Phrasen wie „Nicht mit Rechten reden!“ gegenüber ländlicher Organisierung oft als Stigma auf. „Weil, wenn wir nicht mit Rechten reden, dann sind nicht so viele Menschen übrig, mit denen wir reden können“, sagt ein:e Sprecher:in. „Und, wenn ich das jetzt einfach mal so sagen darf: es ist auch nicht so, als wüsste auf dem Land niemand, dass der Kapitalismus scheiße ist. Wenn Stadt-Linke gerade mal nicht zu der einen größeren Demo auf das Land mobilisieren, dann stehen wir da, mit drei Leuten, und die mit dreihundert. Das ist die Realität. Und das ist ziemlich unangenehm.“ Viele im Publikum nicken zustimmend.

    Später treffe ich auf Seli in der Küchenschlange, die sich über das Banner gefreut hat, das irgendwann zwischen den Bäumen aufgetaucht ist und die Aufschrift „Solidarität mit Palästina“ trägt. Sie ist der Meinung, dass das Thema nicht ausreichend vertreten ist. Ich beschließe, dass es vielleicht das Beste ist, den Abend und vielleicht auch das Camp bei einem Crêpê ausklingen zu lassen.

    „Schokolade mit Pistazie?“, fragt der Mensch vom Stand lächelnd. „Wahnsinnig gerne“, sage ich.

    Die Ansätze für gesellschaftliche Transformation sind vielfältig; fast überall, wo ich hingehe, wird die Forderung laut: „Wir brauchen mehr Menschen, die sich langfristig bei uns anschließen.“

    Mit dem gesellschaftlichen Drift nach Rechts, dem weiteren Fortschritt der Klimakatastrophe und den zunehmenden Krisen in der Welt werden die Baustellen natürlich nicht weniger. Allgemein lässt sich wohl sagen: Für alles, was das System nicht bedienen kann und was in der Welt schief läuft, solidarische Alternativen zu finden, das ist wohl kaum möglich. Eher lohnt es sich, eigene Schwerpunkte zu setzen – sei es Klima, Flucht und Grenzen, Frieden, Feminismus, Ableismus oder noch anderes.

    Doch das gegenseitige Update über den Stand in den Bewegungen darf nicht ausbleiben – und dafür ist ein Camp wie das System Change Camp ein wichtiger Impulsgeber wie auch Live-Beispiel für solidarische Organisierung – natürlich immer als work in progress.

    Und den Spaß sollten wir nicht verlieren!

  • Braucht die Klimabewegung eine radikale Flanke, die Sabotage betreibt?

    Braucht die Klimabewegung eine radikale Flanke, die Sabotage betreibt?

    Geschrieben von Dietrich Becker-Hinrichs

    In der Klimagerechtigkeitsbewegung schleicht sich bisweilen das Gefühl ein,
    Demonstrationen oder auch Blockaden alleine bringen nicht den notwendigen Erfolg. Die Aktionsformen scheinen zu wenig Druck auf Entscheidungsträger:innen auszuüben, sodass dringende Veränderungen für den gesellschaftlichen Wandel nicht umgesetzt werden. So prophezeite der Mitbegründer von „Ende Gelände“, Tadzio Müller, eine militanter werdende Bewegung. „Wer Klimaschutz verhindert, schafft die grüne RAF. Oder Klimapartisanen. Oder Sabotage for Future. Wie auch immer sie sich dann nennen.“ Müller geht davon aus, dass radikale Protestformen zunehmen werden: „Zerdepperte Autoshowrooms, zerstörte Autos, Sabotage in Gaskraftwerken oder an Pipelines. Das wird es nächsten Sommer auf jeden Fall geben“, so der Aktivist.1

    Nun haben die vorhergesagten Aktionen von Sabotage so nicht stattgefunden, weder 2022 noch 2023. Aber die Forderung nach radikalen Sabotageaktionen bleibt bestehen. Einer der Theoretiker für die Forderung, Sabotageaktionen in die Reihe der Aktionsformen der Klimabewegung aufzunehmen, ist der schwedische Wissenschaftler und Journalist Andreas Malm. In seinem Buch „Wie man eine Pipeline in die Luft jagt – Kämpfen lernen in einer Welt der Flammen“ setzt er sich kritisch mit dem gewaltfreien Charakter der Klimabewegung auseinander. „Wir marschieren, wir blockieren, wir führen Theaterstücke auf, wir überreichen Minister*innen Listen mit Forderungen, wir ketten uns an. … Aber das Business as usual geht unbeirrt seines Weges. Wann also eskalieren wir? Wann gelangen wir zu der Einsicht, dass es an der Zeit ist, auch zu anderen Mitteln zu greifen?“2

    Unter „anderen Mitteln“ versteht Andreas Malm gezielte Sabotageaktionen. Diese müssten aber so gestaltet sein, dass keine Menschenleben gefährdet werden. Als Beispiel führt er das Zerstechen von Reifen von SUV an, so in Schweden von „Indianer*innen des Betondschungels“ im Jahre 2007 praktiziert. Er kann sich auch Sabotage an Luxusjachten vorstellen oder das Zerstören von Öl- oder Gaspipelines. Mit solchen Aktionen bekäme die Klimabewegung eine radikale Flanke, die gemeinsam mit den gewaltfreien Aktionen den Druck in der Öffentlichkeit erhöhen würde.

    Malm fordert durchaus nicht, dass die gesamte Bewegung solche Aktionen durchführen solle, dies könne kleinen Gruppen überlassen bleiben, während die anderen weiterhin gewaltfreie Aktionen durchführten. Er sähe aber in der Kombination beider Aktionsvarianten eine Stärkung der Bewegung. Überhaupt beklagt er, dass es zu wenig revolutionären Geist in der Klimagerechtigkeitsbewegung gäbe. Er wirft ihr vor, zu pazifistisch zu sein. Intensiv setzt sich Malm mit den Werken von Maria Stephan und Erica Chenoweth auseinander, die in Ihrer großen Studie „why civil resistance works“ gewaltfreien Bewegungen eine größere Wahrscheinlichkeit zumessen, erfolgreich zu sein.3 Malm behauptet am Beispiel der Bürgerrechtsbewegung in den USA, dass Martin Luther Kings gewaltfreie Aktionen nur Erfolg haben konnten, weil es mit Malcom X auch eine radikale gewaltsame Flanke der Bewegung gab, angesichts derer die Herrschenden nachgaben. Dies widerlegt Chenoweth in ihrem neuesten Buch übrigens eindrucksvoll.4 Eine ganze Reihe jüngster Untersuchungen zeigen, dass spontane Gewaltaktionen einer Bewegung zwar kurzfristig Aufmerksamkeit in den Medien verschaffen, aber auf Dauer die Bewegung schwächen. Die Zahlen derer, die sich beteiligen wollen, nehmen signifikant ab, die Bewegung verliert an Sympathie bei der Mehrheit der Bevölkerung, der Focus wird von den Sachthemen weggelenkt auf die Frage der Gewalt.

    Aber gibt es nicht aber auch gewaltfreie Sabotageaktionen?

    Zunächst gilt es zu unterscheiden zwischen Sabotageaktionen, zu denen sich die Aktivistinnen offen bekennen und dafür auch bereit sind, Gefängnis in Kauf zu nehmen und solchen Aktionen, die im geheimen geschehen. Das derzeit bekannteste Beispiel für Ersteres sind die beiden Frauen Jessica Reznicek und Ruby Montoya, die 2016 die Dakota Öl Pipeline in den USA mehrfach sabotierten und erheblichen Schaden anrichteten. Jessica Reznicek wurde dafür zu 8 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie bezeichnen ihre Aktionen als gewaltfreie direkte Aktion, die nötig sei, weil die bisherigen Proteste keinen Erfolg hatten und es keinerlei Anzeichen gäbe, dass die Öl- und Gaskonzerne ihre Politik der Förderung fossiler Brennstoffe aufgäben.

    Kann man die Sabotage einer Pipeline als gewaltfreie Aktion ansehen? Ja, wenn dadurch keine Menschen geschädigt werden. Gewalt richtet sich immer gegen Menschen, Gewalt beschädigt Leben, Gewalt schränkt Lebensmöglichkeiten ein, so lässt sich die Galtung‘sche Definition der Gewalt auf den Punkt bringen.

    Die Zerstörung der Dakota Pipeline steht in der Tradition der gezielten abotageaktionen der Friedensbewegung in den USA, der Catholic Worker und der Pflugschar Bewegung um die Brüder Berrigan, wo gewaltfreie Aktivist*innen in Atomwaffenlager eindrangen und Atomsprengköpfe mit dem Hammer beschädigten und Blut darüber gossen. Sie taten dies öffentlich und nahmen dafür Gefängnisstrafen in Kauf. Diese friedlichen Saboteur*innen fragen alle in der Bewegung an, wie weit sie bereit sind zu gehen, und ob sie sich mit ihrem
    ganzen Leben den Bedrohungen entgegenstellen. Und sie machen klar: wer gewaltfreien Widerstand leistet, zeigt das Gesicht. Solche Menschen, die alles in die Waagschale legen, um eine Bedrohung aufzuhalten und die bereit sind, dafür hohe persönliche Nachteile in Kauf zu nehmen, genießen innerhalb der Bewegungen großen Respekt.

    Etwas anderes sind Aktionen, die im Verborgenen geschehen. Sie zwingen die Aktivist*innen zur geheimen Vorbereitung ihrer Unternehmungen und zu Schutzvorkehrungen gegen Spitzel und in der Konsequenz irgendwann in eine Untergrundorganisation. Es ist ja bekannt, dass „agents provocateurs“, die Gewalt- und Sabotageaktionen propagieren, in gewaltfreie Bewegungen eingeschleust werden, um der Bewegung zu schaden. Wer gehört nun zur Bewegung und wer ist ein agent provocateur? Misstrauen breitet sich in solchen Gruppen aus, denn es besteht immer die Gefahr aufgedeckt zu werden. Notwendigerweise werden sich die Mitglieder dieser Gruppen im Laufe der Zeit von der Basis der Bewegung entfernen, um die Geheimhaltung zu wahren.

    Damit ist auch zu fragen, wer denn solche Aktionen legitimiert. Normalerweise werden die Aktionen der Klimagerechtigkeitsbewegung in den Aktionsbündnissen breit diskutiert und in einem basisdemokratischen Prozess verabschiedet. Jede*r kann sich beteiligen. In den kleinen Sabotage-Guerillagruppen aber entscheiden nur wenige, sie müssen von der Natur her undemokratisch handeln. Damit isolieren sie sich auf Dauer von der Bewegung. Solche Aktionen können zu einer Spaltung in der Bewegung führen. Manche finden sie vielleicht cool, andere aber distanzieren sich davon, weil sie sie für falsch halten. Statt die Bewegung zu stärken, wird sie so geschwächt.

    Entscheidend ist auch die Wirkung solcher Aktionen auf die breite Masse der Bevölkerung. Die Sympathien und der Respekt, die sich die Klimabewegung durch ihre gewaltfreien und phantasievollen Aktionen erworben haben, schwinden durch solche Aktionen. Jede Bewegung muss sich darum bemühen, die Herzen der Menschen zu gewinnen, die noch nicht engagiert oder aktiv sind und sie auf ihre Seite zu ziehen. Dies geschieht durch solche Aktionen gerade nicht.

    Wie aber ist dem Ruf nach mehr Eskalation zu begegnen? Was sollte aus gewaltfreier Sicht getan werden, um auf solche Forderungen zu reagieren.

    Zunächst gilt es, diese Forderungen einzuordnen. Der amerikanische Aktivist und Trainer Bill Moyer beschreibt in seinem Movement Action Plan die Forderung nach härteren Aktionen als Bestandteil einer ganz bestimmten Phase einer Bewegung. In einer Phase der Bewegung, die er mit dem Titel „Identitätskrise und Machtlosigkeit“ benennt, schleicht sich das Gefühl ein, trotz der vielen und großen Massenaktionen keinen Erfolg zu haben. Die Aktivist*innen sind abgekämpft und ausgepowert. Viele fühlen sich ausgebrannt. Rebellion, Machogehabe, vermehrt militante Aktionen und Gewalt sind einige Auswirkungen der Macht- und
    Hoffnungslosigkeit. Andere ziehen sich zurück ins Private und geben auf.

    Bill Moyer postuliert, dass es nun darum gehe, die eigene Bewegung in einen großen Aktionsplan einzuordnen und den Blick für die langfristige Entwicklung einer Bewegung zu schärfen. Darum will ich im Anschluss an Bill Moyer zum Schluss drei Punkte benennen, die eine Anregung sein könnten, wie die Klimagerechtigkeitsbewegung diese Phase überwinden könnte.

    1. Um dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit und des Ausgebranntseins zu begegnen, ist es entscheidend, sich in festen Gruppen Unterstützung zu holen. In solchen Gruppen sollte es Zeit für Persönliches geben, fürs gemeinsame Kochen, wandern gehen, die Natur genießen, Feste feiern. Es gilt eine Atmosphäre in den Gruppen zu schaffen, wo ich offen meine Gefühle, auch die negativen, äußern kann und mir Unterstützung von anderen hole.
    2. Die Klimagerechtigkeitsbewegung sollte das Spektrum ihrer gewaltfreien Aktionen erweitern. Dazu gehören vor allem auch Aktionen der Nichtzusammenarbeit. Gut organisierte Boykottaktionen und Aktionen des Divestment sollten zu den öffentlichen Protestaktionen und Aktionen des Zivilen Ungehorsams hinzutreten. So könnten Banken aufgefordert werden, keine Aktien bei Unternehmen zu halten, die Atomkraftwerke oder Gaskraftwerke betreiben. Falls sie sich nicht zurückziehen, würde das Konto gekündigt. In den angelsächsischen Ländern ist diese Form des Widerstandes m.E. weiter verbreitet als in Deutschland. Dies wäre auch eine angemessene Antwort auf den jüngsten Greenwashing-Beschluss der EU.
    3. In den Gruppen der Bewegung sollten wir uns Zeit nehmen für das Studium erfolgreicher Kampagnen, und Modelle wie den Momevent Action Plan in unsere Überlegungen einbauen. Die Beschäftigung mit der Theorie des gewaltfreien Widerstandes sollte intensiven Raum in Trainings und Fortbildungen einnehmen. Gerne beteiligt sich die Werkstatt für Gewaltfreie Aktion an solchen Maßnahmen.

    Fußnoten:

    1. Zitiert nach tagesschau.de von 22.2.2022 ↩︎
    2. Andreas Malm, Wie man eine Pipeline in die Luft jagt, 2020 S. 14 ↩︎
    3. Erica Chenoweth, Maria Stephan, 2011. Why Civil resistance works ↩︎
    4. Erica Chenoweth, Civil Resistance, 2021 S. 142ff. ↩︎
DeutschdeDeutschDeutsch