Werkstatt für Gewaltfreie Aktion

Kategorie: Infos und Aufrufe

  • Werkstatt goes: System Change Camp!

    Werkstatt goes: System Change Camp!

    14.-26.08.2025

    Das System Change Camp ist ein selbstorganisiertes Camp mit dem Ziel einen bewegungsübergreifenden Bildungs-, Austausch- und Vernetzungsraum zu schaffen. In diesem Jahr wollen wir mit dem Motto „Geschichte ist Machbar – System Change auch“ in die Vergangenheit und Gegenwart von Bewegungen schauen und daraus Perspektiven für die Zukunft entwickeln.

    Dieses Jahr in Frankfurt. Komm auch du vorbei!

  • Werde Friedensmentor*in

    Werde Friedensmentor*in

    Wie können wir Konflikte in unserem Alltag konstruktiv lösen? Wie können wir gesellschaftlich zu einem Miteinander, statt Gegeneinander beitragen? Und was kann ich tun, um zu einer Politik beizutragen, die weniger auf Gewalt oder Militär und mehr auf friedliche Lösungen setzt?

    Mit diesen und weiteren Fragen setzen wir uns in der Ausbildung zur*zum Friedensmentor*in auseinander. Die Ausbildung findet auf deutscher Sprache statt.

    Du lernst …

    • … wie Frieden & Konflikt entsteht & welche Auswirkungen sie haben.
    • … wie Du mit Krisen, Stress & Unsicherheiten umgehen kannst.
    • … wie auf gesellschaftlicher, politischer & internationaler Ebene mit Frieden & Konflikt vorgegangen wird.
    • … praktische Tools, die Du direkt anwenden kannst.
    • … konkrete Möglichkeiten, um zum gemeinschaftlichen Wandel beizutragen.

    Bewirb dich hier: https://eveeno.com/fma_freiburg_2025

    Mehr Infos: https://www.peace4future.de/friedensmentoren/

  • Stellenanzeige: Wir suchen eine*n Fundraiser*in!

    Die Werkstatt sucht eine*n erfahrene*n Fundraiser*in zum Juni 2025.

    Schaue dir jetzt die Anzeige an und bewirb dich bis zum 15.04.!

    https://www.kampajobs.de/job/fundraiserin-teilzeit-33

  • Riesa Widersetzen!

    Riesa Widersetzen!

    AfD Parteitag verhindern – am 11.01.24.

    Bereits bei dem letzten Parteitag der AfD in Essen ist das Widersetzen-Bündnis mit hunderten Menschen aus Freiburg und Umgebung nach Essen gefahren. Dort waren es mit 7000 Menschen, die versucht haben, den Parteitag zu verhindern.

    Mehr Infos zu Widersetzen findet ihr hier: https://widersetzen.com

    Der nächste Bundesparteitag der AfD wurde nun auf den 11.01 verschoben und wird in Riesa stattfinden. Nachdem er nun in so nahe Zukunft gerutscht ist, ist es umso wichtiger, mit vielen Menschen dort hinzufahren, um den Parteitag zu verhindern oder zumindest ein wichtiges Zeichen zu setzen.

    Gerade aus den Klimabündnisse heraus muss ganz viel gegen die AfD und die Rechten Akteur*innen in Deutschland passieren. Denn wenn wir jetzt nicht handeln, wird die Regierung zu rechts und so faschistisch, dass mit Klimaschutz nichts mehr zu reißen ist. Also wenn nicht jetzt wann dann? Lasst und der AfD auch das Leben im Osten so schwer wie möglich machen.

    Mitmachen? Zum Beispiel am 18.12. im Haus der Jugend vorbeischauen.

  • „Zuversicht jetzt“ im Shop erhältlich

    „Zuversicht jetzt“ im Shop erhältlich

    Sara Fromm (Werkstatt Mitarbeiterin und Aktivistin) zu ihrem kürzlich veröffentlichten Buch:


    Klimakrise. Rechtsruck. Aufrüstung. Krise, soweit das Auge reicht. Und es scheint gerade irgendwie alles noch schlimmer zu werden. Als ich letztes Jahr vom Löwenzahn Verlag gefragt wurde, ob ich ein Buch zum Thema „Klimakrise und Arbeit“ schreiben wollen würde dachte ich: Spannendes Thema – aber was es gerade wirklich braucht, ist doch vor allem auch praktisches Handeln um die dringend notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen voranzubringen. Individuelle Konsum- oder Verhaltensänderungen reichen dafür nicht aus. Was wir stattdessen tun brauchen – und die Werkstatt seit 50 Jahren unterstützt – ist politisches Handeln. Gemeinsam zu handeln, uns zu organisieren und uns damit im Endeffekt selbst zu ermächtigen. Und das ganze möglichst strategisch zu tun. Dazu durfte ich während meiner Zeit als Geschäftsführerin bei der Werkstatt aber auch jetzt als freie Mitarbeitende sehr viel lernen. Und deswegen habe ich lieber darüber ein Buch geschrieben, in der Hoffnung, dass es Mut macht und Zuversicht gibt – und Menschen zum Handeln bewegt.

    Wenn wir nichts ändern, ändert sich nichts: Nehmen wir die Dinge (wieder) selbst in die Hand

    „Könnte besser sein”: Das trifft mittlerweile auf so ziemlich alles zu, was in der Welt passiert. Egal, ob es die Ergebnisse von Wahlumfragen sind, die Wahlen selbst oder die neuesten Klimareporte – sicher ist nur, dass alles irgendwie unsicher geworden ist. Also im Grunde eh schon gelaufen? Eben nicht: Jetzt ist es erst recht wichtig, ins Handeln zu kommen. Denn um gehört zu werden, müssen wir laut sein. (Gemeinsamer) Protest kann dabei helfen, dass wir uns stark fühlen und weniger allein – und das lässt uns weitermachen.

    Wir brauchen Handlungsansätze – nicht noch eine Problemanalyse
    Fakt ist: Die Sorge um Klima, Rechtsruck in der Gesellschaft etc. ist mehr als berechtigt. Aber wenn wir uns nur darauf konzentrieren, entsteht schnell der Eindruck, wir müssten alle Probleme im Alleingang lösen. Genauso wichtig wie das Problembewusstsein ist deshalb auch das Vertrauen, dass sich eben doch etwas bewegen kann. Sara Fromm rückt statt der vielen globalen Krisen selbst vor allem Möglichkeiten zur Krisenbewältigung in den Fokus: Wie können wir zivilen Ungehorsam ausüben, uns vernetzen, unsere eigene Rolle finden und dabei solidarisch sein? Und: Was können wir von sozialen Bewegungen aus der Vergangenheit lernen? Beispiele für organisierten Protest, der aktiv eine positive Veränderung vorangetrieben hat, gibt es schließlich viele, darunter die US-Bürgerrechtsbewegung, die Suffragetten oder auch Ni una menos und die ProChoice-Bewegung in Argentinien.

  • Die Werkstatt aktiv gegen den Rechtsruck

    Die Werkstatt aktiv gegen den Rechtsruck

    Die Wahlergebnisse in mehreren Bundesländern sind erschreckend und mit den anstehenden Bundestagswahlen machen sich viele Menschen gerade Sorgen um den Zulauf den rechte Parteien in Deutschland und Europa aktuell erhalten – und deren entsprechende Konsequenzen. Wo über lange Zeit nur kleine antifaschistische Gruppen die Naziszene im Blick hatten, gab es diesen Sommer wieder breite gesellschaftliche Bündnisse.

    Auch als Werkstatt haben wir uns diesen Sommer mit vielen anderen Organisationen zusammen gegen den Rechtsruck stark gemacht. Ob in der Unterstützung frisch organisierter Gruppen, Aktionsvorbereitung zivilem Ungehorsams gegen den AfD Parteitag in Essen, Argumentationstrainings gegen Stammtischparolen oder dem Stärken von Gruppen gegen Angriffe aus dem rechten Spektrum.

    Wir ollen auch weiterhin und langfristig gegen das Erstarken der Rechten in Deutschland einstehen und soziale Bewegungen darin unterstützen langfristig und nachhaltig aktiv sein zu können – für unsere Utopie der Gewaltfreiheit.

  • Die Werkstatt auf dem Aktionscamp gegen Tesla

    Die Werkstatt auf dem Aktionscamp gegen Tesla

    Warum wir Tesla stoppen müssen?

    • Das Wasser des Trinkwasserschutzgebietes kommt in Teilen Berlins aus dem Hahn. Die Verschmutzung ist vorprogrammiert und nicht mehr rückgängig zu machen, sobald die Produktionsgifte einmal im Boden versickert sind. 
    • Über 100ha Wald sollen in die Hände von Elon Musk gehen und versiegelt werden.
    • Noch mehr Ausbeutung der Arbeiter*innen in Grünheide und den Regionen des Rohstoffabbaus.
    • Ein Weiter-so des Auto-basierten Verkehrs wird Abhängigkeiten über Jahrzehnte schaffen.
    • Der enorme Lithiumbedarf schafft globale Abhängigkeiten und zerstört die Lebensgrundlagen von Menschen in Argentinien, Chile, Kongo und anderswo.

    Das Camp

    Wir haben noch gar nicht angefangen zu campen, da macht Tesla schon in voraus eilendem Gehorsam den Laden dicht. Unser Protest wirkt. Wir schützen Wasser, Arbeiter*innen und Klima weltweit.
    Mit mehreren tausend Menschen haben wir uns auf der Festwiese in Grünheide zusammengetan und bei herrlich warmen Wetter, einem kreativen Workshop- und Kulturprogramm, sowie guter Stimmung ein selbstverwaltetes Camp genossen.

    Die Werkstatt war dabei

    Selbstverständlich war die Werkstatt auch mit dabei. Unsere Trainer*innen haben den anderen Aktivist*innen geholfen sich auf die Aktionen des zivilen Ungehorsam und die Zeit auf dem Camp gut vorzubereiten. Mit Aktionstrainings und Bezugsgruppenfindungstreffen haben wir über 200 Menschen erreicht und ganz aktiv dazu beigetragen, dass wir möglichst lautstark unbd nachhaltig unseren Protest auf die Straße tragen können.

    Die Aktionen

    Der Protest war laut, bunt, ungehorsam und voller Erfolge. Ob im Sitzen, Kleben, Hängend, mit dem Fahrrad, mit dem Rolli oder zu Fuß – die Aktionen waren vielfältig.
    Der ehemalige Flugplatz Neuhardenberg, der Tesla als Lagerort für die Autos dient, die aus der Gigafactory in Grünheide kommen, wurde von circa 200 Aktivist*innen blockiert. Aktivist*innen haben außerdem die Teslas unter dem Motto: „blood on your hands, blood on your cars“ – „Blut an euren Händen, Blut auf euren Autos“ mit roter Farbe beworfen.
    Gleichzeitig gelangten circa 800 Aktivist*innen auf das Gelände der Tesla Gigafactory in Grünheide. Dabei wurden sie von einer Straßenblockade von circa 50 Aktivist*innen unterstützt.
    Weitere Aktivist*innen unterstützten die Aktionen vor Ort mit einem Banner Drop vor dem Tesla Showroom in Berlin. Auch an anderen Orten in Deutschland fanden Aktionen in Solidarität mit den Protesten in Grünheide statt.

    Spenden für das Camp

    Das Wasser Wald Gerechtigkeits-Camp wäre ohne die vielen helfenden Menschen nicht möglich gewesen!

    Doch es müssen auch noch Kosten gedeckt werden, für die Zelte, den Transport, die Technik, das Essen, usw. 
    Das Camp freut sich über jede kleine oder große Spende an:

    KIB e.V.
    IBAN: DE67430609671204187003
    BIC: GENODEM1GLS
    Verwendungszweck: Camp Grünheide


    Teile dieses Texts sind den Veröffentlichungen von Tesla den Hahn Abdrehen und Disrup entnommen. Die Bildrechte liegen bei Disrupt.

  • AfD Parteitag verhindern – auf nach Essen!

    AfD Parteitag verhindern – auf nach Essen!

    Gemeinsam Widersetzen

    Am 25.4. haben 170 Einzelpersonen und Vertreter*innen von Organisationen und Initiativen widersetzen gegründet. Das ist die Resolution zur Gründung:

    Der Provokation der AfD ihren Bundesparteitag ausgerechnet im Ruhrgebiet mit 200 Jahren Geschichte von Migration abzuhalten, widersetzen wir uns.
    Die AfD ist eine von Faschisten geführte Partei, die Millionen von Mitbürger*innen deportieren will und einen antidemokratischen Umsturz plant.

    Wir stehen an der Seite von Millionen Menschen, die in den letzten Monaten gegen die Deportationspläne der AfD auf die Straße gegangen sind.

    Wir sagen aber auch: Wenn wir der AfD nicht aktiv den Raum nehmen, den sie sich nehmen will, werden wir die Ausbreitung des Faschismus nicht verhindern.

    Wir wollen klar machen, dass es unsere Räume sind: Räume der Demokratie, der Vielfalt und der Menschlichkeit. Dabei agieren wir auch mit Mitteln des zivilen Ungehorsams, bei denen alle mitmachen können. Von uns geht dabei keine Gewalt und keine Eskalation aus.

    Wir sind solidarisch und fürsorglich miteinander. Wir wünschen uns: „bunten“ zivilen Ungehorsam – bunt auch im Kleidungsbild, fröhliche Aktionen – bringt Musikinstrumente und geeignete Spiele mit. Seid kreativ. Wir widersetzen uns.

    Folge uns auf Telegram!

    Aufruf der migrantischen Vernetzung

    Die AfD greift uns an!

    Die von Rassisten geführte AfD plant ihren nächsten Bundesparteitag in Essen: Vom 28. – 30. Juni wollen sie ihre Deportationspläne und Nazi-Propaganda weiter ausweiten. Mitten im Ruhrgebiet, in dem der Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte bei 40% liegt. Das ist vor allen Dingen ein Schlag ins Gesicht der Menschen, die nach Deutschland gekommen sind und seit dem Zweiten Weltkrieg dieses Land wieder aufgebaut und bis heute den wirtschaftlichem Wohlstand Deutschlands garantieren.

    Die AfD will ihre rassistische Politik mit nachgewiesen rechtsextremen Nazis in den Parlamenten, wie damals Hitler, die Macht übernehmen. Seit der Veröffentlichung der correctiv-Recherche ist allen klar, welchen Schritt die AfD als nächstes plant: Die Deportation von uns – Millionen Menschen, die hier leben, von unseren Schwestern und Brüdern, unseren Eltern, Großeltern, unseren Freundinnen und Freunden.

    Das werden wir nicht zulassen! Wir haben Deutschland zu unserer Heimat gemacht und wir verhindern, dass die Straßen des Ruhrgebietes, die wie keine andere Region Deutschlands durch uns und durch unsere Familien geprägt wurde, jetzt von vom Verfassungsschutz als „rechtsextrem“ eingestuften Nazis eingenommen werden. Wir gucken nicht weiter zu wie die AfD unser Zuhause und die deutsche Politik und Behörden immer weiter nach rechts verschiebt, mit dem Menschenrecht auf Asyl bricht und bei Angriffen auf unsere Community wegschaut.

    Wir verteidigen uns. 

    Unser Ziel ist, dass die AfD ihren Parteitag mit ihrer antidemokratischen Politik und rassistischen Hetze gegen uns nicht unwidersprochen abhalten kann. Um dies zu erreichen, gibt es verschiedene Aktionen, die sich gegenseitig unterstützen:

    1. Massendemonstration:

    Wir beteiligen uns an den Massenprotesten gegen die AfD und mobilisieren zu den Demonstrationen rund um den Bundesparteitag. Wir tragen damit dazu bei, dass die AfD ihre rassistische Politik nicht unwidersprochen verbreiten kann.

    1. Ziviler Ungehorsam:

    Weil die AfD uns deportieren will, genügt es uns nicht, einfach nur dagegen zu protestieren. Die AfD ist eine von Rassisten geführte Partei. Ihnen muss jeglicher Raum genommen werden. Daher wollen wir mit bunten, kreativen Aktionen den undemokratischen Bundesparteitag der AfD entgegenwirken. Wir schützen damit uns selbst, unsere Angehörigen und unsere Freundinnen und Freunde.

    Wir, als Gemeinschaft von Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland rufen auf: Lasst uns gemeinsam auf die Straße gehen. Macht Busse voll mit euren Kindern bis Großeltern, Tante, Onkel, Nachbarn, Freund*innen und Kolleg*innen, bucht eigene Busse, kommt nach Essen und schließt euch dem Protest gegen die rassistische AfD an! Alle zusammen, Schulter an Schulter gegen ein zweites Nazi-Deutschland, für ein Zuhause in Sicherheit und Menschenwürde!

  • Pressemitteilung zur Jubiläumsfeier

    Pressemitteilung zur Jubiläumsfeier

    40 Jahre Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden

    Zu einer großen Jubiläumsfeier in der Jugendherberge in Freiburg hatte die Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden anlässlich ihres vierzigjähriges Bestehen eingeladen. Der frühere Beauftragte für Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistende, Diakon Kurt Kern blickte zurück auf die Entstehungszeit der Werkstatt. Er gehörte zusammen mit seinem Kollegen Theodor Ziegler zu den damaligen Gründern. Die Idee zu einem gewaltfreien Zentrum in Baden war im badischen Arbeitskreis Soziale Verteidigung entstanden, den der damalige Direktor der Evangelischen Akademie, Pfarrer Ullrich Lochmann ins Leben gerufen hatte. Nach den großen gewaltfreien Aktionen der Friedensbewegung Anfang der Achtziger Jahre , die mit zivilem Ungehorsam gegen die Stationierung der atomaren Mittelstreckenraketen gekämpft hatte, war der Wunsch groß, die Ideen und die Praxis des gewaltfreien Widerstandes systematisch weiterzugeben und weiterzuentwickeln. Der Trägerverein der damals gegründet wurde, trug den Namen „Gewaltfrei Leben Lernen“. Zwei Hauptamtliche arbeiteten in Büros in Freiburg und Heidelberg, entwickelten Seminare und Trainings und scharten einen großen Kreis von freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um sich. In der Anfangszeit waren Christoph Besemer und Renate Wanie für die Werkstatt tätig. Den Trainings in gewaltfreier Aktion folgten Ausbildungen in Mediation und in gewaltfreier Konfliktaustragung, Zivilcouragetrainings und viele andere Formate. Publikationen entstanden wie das Standardwerk zum Thema Mediation von Christoph Besemer oder der Sammelband „Gewaltfrei gegen Hitler“. Auch kirchliche Mitarbeitende wurden in gewaltfreier Konfliktaustragung geschult, u.a. in Württemberg und Bayern, aber auch Mitarbeitende der badischen Landeskirche profitierten von dem Wissen und den Seminarangeboten der Werkstatt.

    Der Vorsitzende des Trägervereins, Pfarrer Dietrich Becker-Hinrichs, der dem Verein seit Jahrzehnten vorsteht, blickte voller Stolz auf die Jahre zurück, in denen die Werkstatt so viel Produktives auf dem Gebiet der Gewaltfreiheit geleitstet habe. Aber es blieb nicht nur bei der Rückschau und beim Feiern mit langjährigen Vereinsmitgliedern.

    Aktuelle Themen standen bei dem Jahrestreffen in Freiburg im Mittelpunkt. Ein Aktivist der Gruppe „Letzte Generation“ berichtete über das Entstehen der Aktionsgruppe und begründete, warum jetzt ein Strategiewechsel angezeigt sie. So stark der Wunsch sei, aufzurütteln und die Menschen aus ihrem gewohnten Trott herauszureissen, wolle man sich doch die Sympathien in der Bevölkerung nicht verscherzen. Darum klebe man sich nicht mehr auf die Straße. Aktionen Zivilen Ungehorsames seien aber weiterhin notwendig. Die Politik reagiere viel zu langsam auf die globalen Bedrohungen des Klimawandels. Er kritisierte auch die völlig unterschiedliche Reaktion der Politik auf die massenhaften Blockaden der Bauern zu Beginn dieses Jahres und die Aktionen der letzten Generation.

    Seine Ausführungen stießen auf Zustimmung bei den jungen aktiven Mitarbeitenden in der Werkstatt. Sie sind auch heute mit Aktionstrainings in ganz Deutschland unterwegs, in Lützerath und an anderen Brennpunkten. Ziel der Aktionstrainings, die die Werkstatt anbietet, ist es Gruppen handlungsfähig zu machen damit ihre Aktionen erfolgreich und zugleich gewaltfrei durchführen können. Wie in der Anfangszeit der Werkstatt sind auch die heutigen Aktiven in der Klimabewegung in festen Gruppen organisiert. Die Bereitschaft zum zivilen Ungehorsam braucht eine Gruppe, in denen sich die Menschen gut kennen und aufeinander vertrauen können.

    Bei einem Referat von Barbara Müller von Institut für Friedensarbeit und Gewaltfreiheit wurde der Ruhrkampf im Jahre 1923 als ein Beispiel von Sozialer Verteidigung vorgestellt und kritisch beleuchtet. Auch heute gehe es darum, die Potentiale gewaltfreien Widerstandes als eine Alternative zur militärischen Verteidigung zu prüfen und fortzuentwickeln. Statt der beschworenen Kriegstüchtigkeit müsse man friedenstüchtig werden, so die Referentin. Die Werkstatt für Gewaltfreie Aktion sei auch im Jahre 2024 so notwendig wie zu ihren Anfangszeiten.