Ein Bericht zur Jahresversammlung der Werkstatt für Gewaltfreie Aktion
Die Werkstatt für Gewaltfreie Aktion ist immer recht nahe am politischen Kampagnengeschehen, wenn es um neue partizipative Bewegungen geht.
So auch bei der Jahrestagung Ende März 2026 im WeltHaus Heidelberg beim Austausch zwischen Aktiven der Werkstatt und jungen Aktivistis aus Heidelberger Zusammenhängen von Widersetzen, Fridays for Future und Schülis gegen die Wehrpflicht.
Uns alle bewegt die Frage, wie heute Ziviler Ungehorsam und Gewaltfreier Widerstand in den Bewegungen um uns herum genutzt werden können und welche Bedarfe oder Wünsche an die Werkstatt-Arbeit daraus entstehen. Denn die historische Erfahrungen und theoretische Erkenntnisse zu Gewaltfreiem Widerstand vererben sich nicht genetisch, sondern werden immer wieder neu erlebt, erlernt und weiterentwickelt.
Junge und ältere Generationen finden zusammen
Wir teilen die Erfahrungen der Wellenförmigkeit von Bewegungen, wie etwa bei FFF erlebt. Und wir halten fest wie wichtig es ist, Gelerntes und Erfahrenes in neue Bewegungen und Zusammenhänge einbringen und nutzen zu können. Positive Erlebnisse der Selbstwirksamkeit bei Schulstreiks gegen die Wehrpflicht sind zugleich Erfahrungen mit Repression durch Schulleitungen. Für Widersetzen sind Repressionserfahrungen durch die Polizei ein großes regelmäßiges Thema, zugleich sind die Erfahrungen von massenhaftem Zivilen Ungehorsam positiv prägend für sehr viele jungen Menschen.
Anders als in früheren Ein-Punkt-Bewegungen wie etwa gegen NATO-Nachrüstung oder Atomkraft, wird in den aktuellen Bewegungen die Intersektionalität, also die Überschneidung und Gleichzeitigkeit verschiedener Formen von Diskriminierung gegenüber einer Person, sehr betont und beachtet. Auch wird gegen Klimakatastrophe, Wehrpflicht und Rechtsextremismus nicht ohne Kapitalismuskritik angegangen. Dies stellt besondere Ansprüche an die Komplexität politischer Kampagnen.
Konkrete Bedarfe sind offene und zugleich geschützte Räume, Ressourcen für eigene Aktionen, das Erlernen von Grundprinzipien und der Methoden Gewaltfreien Widerstandes sowie Reflexion und Beratung in strategischer Kampagnenplanung. Außerdem ist der Wunsch nach Austausch zwischen jüngeren und älteren Bewegungen und deren Aktiven deutlich geäußert, um in beide Richtungen weiter voneinander lernen zu können.
Mehr Infos
https://fridaysforfuture-heidelberg.de/
https://www.instagram.com/schulstreikgegenwehrpflicht.hd
https://www.instagram.com/wider.setzenhd/



